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3 Darstellung und Beschreibung der Methoden der Geschäftsprozeßmodellierung anhand des ARIS-Toolsets ARIS ist die von Prof. Scheer entwickelte Architektur integrierter Informationssysteme. Sie basiert auf einem Konzept, das aus einer ganzheitlichen Betrachtung von Unternehmensprozessen basiert. Die ARIS Vorgehensmodelle sind gemäß des ARIS Konzeptes in folgende methodisch voneinander getrennte Sichten unterteilt:
Abbildung 2: Die Sichten von ARIS Zunächst wird ein Modell entwickelt, das die Geschäftsabläufe beschreibt. Aufgrund seiner hohen Komplexität wird das Modell in die Organisations-, die Informations-, die Funktions- sowie die Steuerungssicht zerlegt. Die Steuerungssicht stellt dabei die Verknüpfung der übrigen drei Sichten dar. Neben den genannten Sichten existieren unterschiedliche Detailierungstufen zur Erstellung eines Informationssystems, das Fach-, das DV- und das Implementierungskonzept. Die einzelnen Bausteine dieser Architektur werden mit Hilfe von Basistechniken, die überwiegend aus der Softwareentwicklung stammen, beschrieben. Die Betrachtung der Geschäftsabläufe erfolgt in der Steuerungssicht auf der Ebene des Fachkonzeptes. Hier kommen die von Scheer entwickelten Vorgangskettendiagramme (VKDs) bzw. die erweiterte Ereignisgesteuerte Prozeßketten (eEPKs) zum Einsatz. Das ARIS-Konzept ist im gleichnamigen Werkzeug ARIS-Toolset rechnerunterstützt implementiert. In ARIS kann für die Ebene des Fachkonzeptes und der Steuerungssicht in Form von VKDs bzw. eEPKs beschriebene Geschäftsprozesse eine zeitliche und monetäre Bewertung durchgeführt werden. Hierbei ist für beide Zielgrößen eine Unterteilung in Minimal-, Maximal- und Mittelwerte möglich. Bei der Berechnung der Kennwerte werden statistische Wahrscheinlichkeiten bei Verzweigungen berücksichtigt. Statistisch bedeutet in diesem Zusammenhang, daß ein konstanter Wert für die Wahrscheinlichkeit angegeben wird, abhängig von der Anzahl der Durchläufe im Rahmen einer Änderungsschleife. Im Folgenden sollen lediglich die wesentlichen Komponenten der ARIS-Architektur erläutert werden. Die erste Komponente der Architektur sind die Beschreibungssichten, in denen komplexe Prozesse durch Zerlegung reduziert werden.
Abbildung 3: Modelltypen der ARIS Vorgehensmodelle Der große Vorteil der Einteilung in Sichten: Durch spezielle, für diese Sicht geeignete Methoden, gelingt es diese zu beschreiben, ohne sich von den vielfältigen Abhängigkeiten der Sichten untereinander beeinflussen zu lassen.
Die Organisationssicht beschreibt eine mögliche Auftragsorganisation mit den entsprechenden Organisationseinheiten, Abteilungen und Mitarbeitertypen. Für die Beschreibung eines Prozesses ist die Angabe der Organisationseinheiten von Bedeutung, die den Funktionen zugeordnet sind. Schließlich beziehen sich viele Reorganisationsmaßnahmen gerade darauf, Funktionen auf eine neue Weise den Organisationseinheiten zuzuordnen.
Wenn bei einem Vorgang Objekte erzeugt oder verändert werden, nennt man diesen Funktion. "Eine Funktion ist eine fachliche Aufgabe bzw. Tätigkeit an einem Objekt zur Unterstützung eines oder mehrerer Unternehmensziele." Funktionen werden durch Rechtecke mit abgerundeten Ecken dargestellt. Komplexe Funktionen zerlegt man soweit in Teilfunktionen, bis diese in einem Arbeitsablauf bearbeitet werden können. Weitere Zerlegung ist dann betriebswirtschaftlich nicht mehr sinnvoll. Oft ist es schwierig, geeignete Kriterien für die Funktionsgliederung zu finden. Folgende Gruppierungsmöglichkeiten bieten sich an:
Die Funktionsbäume der Vorgehensmodelle geben einen hierarchischen Überblick der bei einem Auftrag durchzuführenden Funktionen.
In der Steuerungssicht werden die Ereignisse mit den Funktionen verbunden und damit wird die Reihenfolge der Funktionsausführung beschrieben. Weiterhin werden den Funktionen die verantwortlichen Organisationseinheiten zugeordnet. Die Prozeßübersicht wird durch eine Wertschöpfungskette sichergestellt. Eine zeitlich-logische Darstellung der Prozesse erfolgt durch erweiterte, ereignisgesteuerte Prozeßketten (eEPK) in mehreren Detailierungsstufen. Funktionszuordnungsdiagramme stellen die Beziehungen zur Datensicht und Organisationssicht her.
In dieser Arbeit wird das von Scheer erweiterte Entity-Relationship-Modell (eERM) verwendet. Von den Erweiterungen kommt hauptsächlich der Konstruktionsoperator Aggregation hinzu. Dieser beschreibt die Bildung neuer Begriffe durch die Zusammenfassung vorhandener unterschiedlicher Objekttypen. Dargestellt durch ein Rechteck in dem eine Raute liegt. Abbildung 4: Ausschnitt aus der Datensicht Die komplexen Datenobjekte (Datencluster) erlauben den Einstieg in die Datenmodelle (erweiterte Entity - Relationship - Modelle). Darin werden die in den Auftragsphasen anfallenden Daten aufgelistet.
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